130 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee

Wir wünschen unseren Lesern ein frohes neues Jahr 2015! Und? Haben Sie sich auch am 01.01. ganz doll auf ihren Kaffee gefreut? Wir auch, aber wir haben auch eine neue Statistik entdeckt, die einem den Geschmack am „Käffchen“ etwas bitter werden lassen kann. Denn der „versteckte“ Wasserverbrauch soll viel viel höher sein, als wir alle denken.

Der indirekte Wasserverbrauch erreicht sagenhafte Mengen

Bleiben wir mal bei der Tasse Kaffee. Vom viel zitierten koffeinhaltigen Heißgetränk konsumiert jeder Deutsche durchschnittlich 165 Liter pro Jahr. Eine andere Statistik besagt, dass jeder Deutsche 125 Liter Wasser am Tag verbraucht. Doch wie passen diese beiden Werte nun zusammen?

Ohne Ihnen jetzt ein schlechtes Gewissen beim Kaffeetrinken machen zu wollen: Wir schütten immer nur maximal eine Kanne Wasser in die Kaffeemaschine, doch was wir dabei vergessen, ist der indirekte Wasserbedarf, der in den Ländern entsteht, wo der Kaffee herkommt. Das sind Länder wie Brasilien, Vietnam, Kolumbien oder Äthiopien, Länder, in denen das Wasser ohnehin schon knapp ist. Dem gegenüber steht Deutschland als weltweit drittgrößtes Importland für Kaffee.

150 Liter Wasser pro Tasse Kaffee

Wenn wir uns eine Tasse Kaffee aufbrühen, kostet sie indirekt wesentlich mehr als nur die ca. 0,2 Liter Wasser, die pro Tasse durch die Maschine tröpfeln. Grund dafür sind die enormen Wassermengen, die in den Erzeugerländern für die Bewässerung der Plantagen verbraucht werden – obwohl das Trinkwasser eigentlich auch an anderer Stelle sehr benötigt würde.

Nicht nur deutsche Kaffeetrinker verbrauchen viel Wasser

Doch das Problem ist nicht nur auf den deutschen Kaffeegenuss beschränkt. Alle reicheren Importnationen importieren sozusagen die Wasserprobleme der kleineren, ärmeren Exportländer mit. Das gilt nämlich auch für die meisten anderen Agrarprodukte aus ganz verschiedenen Ländern, wie Baumwolle aus Indien oder Tomaten aus Südeuropa.

Umweltschützer sind sich einig, dass nur ein informierter Verbraucher auch ein wählerischer Verbraucher sein kann. Der Fußabdruck des weltumspannenden Wasserverbrauchs, den einige unserer Importprodukte hinterlassen, sollen die Kunden – so die Forderung – durch Informationen auf den Etiketten nachverfolgen können.

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