Archiv für Februar 2013

Ist Wassersparen sinnvoll?

Donnerstag, 28. Februar 2013

Waschen, Baden, Duschen, Putzen, Geschirrspülen, Kochen und Trinken: Der Wasser­verbrauch  liegt pro Kopf und Tag bei rund 120 Litern. Dank neuer Technologien, wasser­sparender Haushaltsgeräte und einem veränderten Verbraucher­ver­halten ist das ungefähr ein Drittel weniger als noch in den 70er-Jahren.

Trinkwassersparen um des reinen Sparens willen sollte in wasserreichen Ländern wie Deutschland heute nicht mehr die höchste Priorität haben. Der Grund: Wasser ist ein regionales Gut. Deshalb steht die Menge, die wir bei uns einsparen, in wasserärmeren Gebieten nicht zusätzlich zur Verfügung. Darüber hinaus sichert erst ein ausreichender Durchfluss in den Leitungen die Qualität unseres Trinkwassers und sorgt dafür, dass es jederzeit frisch aus dem Hahn kommt. Auch Abwasserkanäle und Kläranlagen benötigen eine Mindestmenge an Wasser- bei zu geringem Verbrauch müssen die Rohre regel­mäßig gespült werden. (Dann ist der Spareffekt leider weg).

Mit einem Blick auf die übergeordneten Wasserkreisläufe ist  ein rationaler Umgang mit der regionalen Ressource Trinkwasser dennoch sinnvoll.

Denn gerade wer einen Blick über den Becherrand wagt, kann eine Menge tun: Mit dem Konsum vieler eingeführter Güter importieren wir auch sogenanntes virtuelles Wasser. Gemeint ist damit die Wassermenge, die für die Produktion einer Ware verwendet wird. So verstecken sich allein in einer einzigen Tasse Bohnenkaffee schon 140 Liter virtuelles Wasser. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden sogar 15.000 Liter benötigt.  Der Anbau von Nutz- und Futterpflanzen mithilfe künstlicher Bewässerung kann in trockenen Regionen der Erde zu einer zusätzlichen Verknappung führen. Wasser­sparen ist also durchaus sinnvoll – am besten an der richtigen Stelle. Hilfreich ist vor allem, beim Einkaufen auf saisonale Produkte aus der eigenen Region zu setzen und den Fleisch­konsum zu redu­zieren. Wer zum Beispiel im Winter auf Erdbeeren aus Spanien verzichtet, leistet schon einen wertvollen Beitrag. Dafür darf man sich dann auch ruhigen Gewissens mal wieder in die  heiße Badewanne legen.

Wasser und sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht

Donnerstag, 14. Februar 2013

Der europäische Binnenmarktkommissar hat eine Richtlinie vorgeschlagen, nach der die kommunalen oder regionalen Verwaltungen ihre Wasserdienstleistungen dem Wettbewerb öffnen sollen. Gewinnorientierte multinationale Unternehmen würden Gelegenheit bekommen, überall in Europa die öffentliche Wasserversorgung zu übernehmen. Trinkwasser ist ein lokales Monopol- Wettbewerb und Markt sind hier undenkbar! Regierungen können dennoch gezwungen werden, dieses Monopol privaten und gewinnorientierten Unternehmen zu überlassen. Dies führt erfahrungsgemäß zu steigenden Preisen und zu einer schlechteren Dienstleistungsqualität.

Wasser ist ein Öffentliches Gut, keine Handelsware – Wir fordern die Europäische Kommission zur Vorlage eines Gesetzesvorschlags auf, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung entsprechend der Resolution der Vereinten Nationen durchsetzt und eine funktionierende Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für alle Menschen fördert. Diese EU-Rechtsvorschriften sollten die Regierungen dazu verpflichten, für alle Bürger und Bürgerinnen eine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie eine sanitäre Grundversorgung sicherzustellen.

Die Forderungen lauten u.a. dass die EU-Institutionen und die Mitgliedsstaaten die Aufgabe haben, dafür zu sorgen, dass alle Bürger/-innen das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung haben. Auch darf die Versorgung mit Trinkwasser nicht den Binnenmarktregeln unterworfen werden. Die EU soll ihre Initiativen verstärken, einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu erreichen.

Aguaflux UG unterstützt diese Kampagne- Millionen von Menschen wird (selbst in Europa) nach wie vor eine saubere und bezahlbare Wasserversorgung und Abwasserreinigung vorenthalten.

Bitte schließen Sie sich uns an und unterschreiben Sie online oder auf Papier: www.right2water.eu/de

Wasser und Leben

Freitag, 01. Februar 2013

Wasser ist die “Matrix des Lebens”: Alle physiologischen Prozesse laufen in wässriger Umgebung ab. Die Eiweiße falten sich erst beim Kontakt mit Wasser so, wie es für ihre Funktion notwendig ist. Auch die DNS, der Träger der Erbinformation, nimmt ihre berühmte Form der Doppelhelix nur ein, wenn Wasser vorhanden ist. Wasser bringt die Nährstoffe aus der Nahrung in die Zellen und entfernt Reststoffe. Die Folge: Ohne Wasser sterben die meisten Lebewesen viel schneller als ohne Nahrung (und die wenigen Ausnahmen fallen in einen inaktiven Zustand). Da das Wasser in den Lebewesen beständig erneuert wird, verbindet Wasser – ähnlich wie die Luftalle Lebewesen mit ihrer Umwelt und untereinander.

Daneben bildet Wasser für viele Lebewesen einen Lebensraum: Dies gilt vor allem für die Ozeane, die über sieben Zehntel der Erdoberfläche einnehmen und indirekt auch für den Menschen: Die Mehrheit der Erdbevölkerung lebt am Rande der Kontinente, höchstens 100 km von den Ozeanen entfernt. Diese Tatsache zeigt die Bedeutung der Ozeane für die Menschen (und führt auch zu einer Belastung der Ozeane durch menschliche Aktivitäten). Dies gilt für die verschiedenen Süßwasserlebensräume, wie Flüsse und Seen, aber auch das Wasser im Boden, das für die Lebenswelt dort unverzichtbar ist. Im Bodenwasser sind Nährstoffe gelöst, es dient den Pflanzen zur Deckung ihres Wasser- und Nährstoffbedarfs und versorgt die Mikroorganismen.

Wesentlich vom Wasser werden auch die Feuchtgebiete beeinflusst- zu diesen gehören Niederungsgebiete der großen Flüsse, Sümpfe, Moore und Feuchtwälder . Diese Gebiete sind in der Regel sehr produktiv und regulieren den Wasserfluss, können dadurch Hochwasser verhindern oder mildern und die Grundwasserbildung fördern.