Archiv für die Kategorie ‘Wasserwirtschaft’

Akuter Wassermangel vielerorts

Montag, 16. Februar 2015

Während man sich hierzulande einerseits über Sparduschköpfe und andererseits über die Folgen des Wassersparens Gedanken macht, wird an anderen Orten der Welt das Wasser knapp. Derzeit steht den Menschen in Bubendorf, in der Nähe von Basel, das Wasser sozusagen bis zum Hals, weil sie eben zu wenig davon haben. In Brasilien spricht man sogar von der schlimmsten Wasserkrise in der Geschichte des Landes.

Schweiz: Wasser sparen wegen Verunreinigung

Den Menschen des kleinen Ortes Bubendorf bei Basel in der Schweiz geht das Trinkwasser aus. Die Menschen müssen jetzt Wasser sparen, da die natürliche Wasserquelle in der Gegen durch einen Schadstoff verunreinigt wurde. Daraufhin wurden die Grundwasserpumpen in der Region abgeschaltet und der Bau einer Notleitung begonnen. Über einen fast 500 Meter langen Schlauch wird nun Bubendorf von einem Hydranten aus der Nachbargemeinde mit versorgt. Diese dringende Maßnahme hatten Zivilschützer verlegt, da sonst die Wasserversorgung von mehr als 4000 Menschen nicht gegeben gewesen wäre.

Brasilien leidet unter Wassernot

Was bei Basel im kleinen, geschieht derzeit in Brasilien im ganz großen Maßstab. Das größte Land Südamerikas leidet unter der härtesten Wasserkrise seiner Geschichte. Vor allem rund um die beiden größten und bekanntesten Metropolen Sao Paolo und die Hauptstadt Rio de Janeiro sind die Wasserspeicher beinahe leer. Das Resultat: Aktuell sind fast 80 Millionen Menschen von der Wasserknappheit in Brasilien betroffen – das entspricht fast der gesamten Einwohnerzahl von Deutschland!

Die Gründe für den Wasser-Notstand in Brasilien

Es kommt meistens kein Tropfen mehr heraus, aus den Wasserhähnen rund um die wichtigsten und meist bevölkerten Städten Brasiliens. Die Gründe liegen aber bei den Brasilianern selbst. Die Brasilianer haben zu hohen Wasserverbrauch an den Tag gelegt, haben kaputte Leitungen, aus denen Wasser verloren geht, und einen Regenwald, der immer weiter abgeholzt wird.

Nicht selten rollen Tankwagen mit Wasser an, die Regierung muss Rationierungen bestimmen, damit das Wasser nicht vollkommen zur Neige geht. Auch Nachbarregionen von Sao Paolo und Rio sind schon betroffen, wenn auch noch nicht ganz so schlimm. So könnte der Wassermangel in Brasilien bald schon höhere Wellen schlagen.

 

Anhaltende Dürre in den USA

Montag, 29. September 2014

Wo wir in Deutschland uns Gedanken darüber machen, wie wir noch mehr Wasser sparen können (teilweise grundlos), haben die Menschen im Südwesten der USA ganz andere Sorgen. Sie leiden seit mehreren Jahren unter einer anhaltenden Wasserknappheit, die sich mehr und mehr zu einer nie dagewesenen Dürre-Katastrophe auswächst. Kaum zu glauben in einem Land wie den USA.

Jahre der Dürre belasten auch die Wirtschaft

In den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der Hoover-Damm errichtet. Er versorgt die umliegenden Staaten mit Strom, erzeugte aber auch ein gigantisches Wasserreservoire. Während andere, kleinere dieser Reservoirs bereits vollkommen versiegt sind, ist der Stausee am Hoover-Damm natürlich noch immer da. Doch er ist auf dem niedrigsten Wasserstand seit seiner Erschaffung.

Vor allem die naheliegende Großstadt Las Vegas trifft dieser Zustand schwer. Die Bewohner sind von den Wasserreserven vom Staudamm abhängig. Auch würde die Obst- und Gemüseproduktion des gesamten Landes enorm leiden, sollte die Dürre weiterhin in diesem Maße anhalten. Im kalifornischen Central Valley ist die Agrarwirtschaft in ihrer Existenz bedroht.

Mehrere Staaten ohne fließendes Wasser

Doch nicht nur in Kalifornien, auch in anderen Staaten wie Ohio sitzen die Menschen auf dem Trockenen. In manchen Gebieten gibt es noch Trinkwasserflaschen in den Supermärkten. Anderswo nutzen die Menschen das Kondenswasser der Klimaanlagen für die Toilettenspülung. In einigen Regionen müssen die Behörden durch Lieferungen dafür sorgen, dass die US-Bürger nicht verdursten.

Es ist eigentlich unvorstellbar, dass in einem führenden Industrieland wie den USA so etwas möglich ist, doch staatenübergreifend haben Hunderttausende kein fließendes Wasser.

Große kommunale Unterschiede bei Wasserkosten

Donnerstag, 18. September 2014

Wie hoch unsere Wasserkosten sind, das hängt nicht ausschließlich von unserem Wasserverbrauch ab. Auch der bloße Wohnort hat einen großen Einfluss auf den Geldfluss wenn das Wasser fließt. Dabei sind jährliche Unterschiede von mehreren Hundert Euro an Wasserkosten möglich – und das auf kommunaler Ebene!

Beispiele für Wasserpreise aus NRW und Bayern

Aktuelle Fälle von der Wasserkosten-Front zeigen, wie sehr sich die Menschen mit dem kostbaren Nass beschäftigen müssen. Wie ein Beispiel aus Bayern zeigt, können sich teilweise riesige Unterschiede in den Wasserkosten einzelner Kommunen ergeben. Die Preise für Wasser (inklusive Zähler- und Kanalgebühr) variieren extrem. So zahlt man pro Jahr im einen Ort nahe München 520€, 200km weiter nördlich, bei Nürnberg, ist es mit 170€ nur ein Drittel der Wasserkosten!

Gemeinde in NRW beschäftigt sich mit Wasserpreissystem

In Grevenbroich, NRW, erwägt man gerade ein einheitliches Wasserpreissystem. Eine entsprechende Forderung hatte laut RP Online der örtliche Bauverein gestellt. Sicherlich ließen sich so oben skizzierte „bayerische Verhältnisse“ besser vermeiden. Doch vor allem die soziale Komponente in dem neuen System wird von Kritikern angesprochen. Aus Bau- und Wohnvereinen kommt die Befürchtung, das neue System sei unsozial und belaste diejenigen, die ohnehin schon finanziell schwach dastünden.

Das hält die Niederrhein Energie und Wasser (NEW) für falsch, denn ihr Plan solle der Entlastung von Vielverbrauchern – etwa kinderreichen Familien – einleiten und eher Geringverbrauchern mehr Kosten bescheren.
Der hiesige Bauvereinsvorstand kündigte Prüfungen und eventuelle Sammelklagen an.

Schutzmaßnahmen der Wasserförderung

Montag, 05. Mai 2014

Schon eine Kleinstadt in Deutschland verbraucht täglich Millionen Liter Trinkwasser. Dafür muss im wahrsten Sinne eine Quelle erschlossen sein, wie zum Beispiel Brunnen oder auch Flussuferbereiche. Insbesondere Letztere bedürfen eines umfassenden Schutzes und sind daher in Schutzzonen eingeteilt. Das zukünftige Trinkwasser wird somit schon bei seiner Entstehung geschützt.

Ein konkretes Beispiel sind die Stadtwerke Hilden. Der Ort liegt zwischen Düsseldorf und Köln, sowie bei einem Wasserbedarf von 5 Millionen Litern Trinkwasser am Tag. Grundstoff ist das so genannte Rohwasser, dass für den Verbrauch noch aufbereitet wird. Es stammt zu fast der Hälfte aus Rheinwasser. Dieses wird natürlich nicht einfach aus dem Fluss geschöpft, sondern vom Rheinufer.
Dazu wird das Flusswasser genutzt, das bereits durch Kies und Sand gesickert und in 30 Metern Tiefe zu Grundwasser geworden ist.

Die Schutzzonen der Trinkwassergewinnung an Flüssen

Rund herum gibt es Schutzzonen, die für die Beibehaltung der Wasserreinheit sorgen sollen. Die unmittelbare Umgebung, Schutzzone 1, schließt Umzäunung und Mäharbeiten ein. Durch den kleingehaltenen Pflanzenbewuchs sollen Verunreinigungen sofort erkannt werden.
Die umliegenden Schutzzonen regeln Maßnahmen im größeren Rahmen. So dürfen sich zum Beispiel in Schutzzone 2 keine Betriebe ansiedeln, die für das Grundwasser gefährliche Stoffe verarbeiten.
Schutzzone 3 betrifft zum Beispiel die umliegenden Felder hiesiger Landwirte. Diese dürfen innerhalb der Zone bestimmte Pflanzenschutzmittel nicht auf ihren Feldern einsetzen.

Was kann jeder einzelne zum Wasserschutz beitragen?

Jeder kann einen Beitrag leisten. Anstatt lediglich Verbraucher zu sein, kann man sich darauf besinnen, den Wasserkreislauf nicht im eigenen Haushalt zu kontaminieren. So sollten auf keinen Fall Medikamente oder Farben in der Toilette heruntergespült werden. Auch umweltbewusstes Waschen und Spülen trägt zu einer besseren Wasserqualität bei.

Ist Wasser ein Menschenrecht?

Freitag, 21. März 2014

In unserem vorigen Artikel zum Weltwassertag 2014 berichteten wir über eine der zahlreichen Initiativen, die das Bewusstsein für die Wasserknappheit in armen Ländern stärken sollen. Anders, als die von der Wasserknappheit arg gebeutelten Länder der Welt, haben wir hier in der EU unsere ganz eigenen Probleme mit der Wasserversorgung. Die Frage, mit der sich die EU-Kommission dieser Tage beschäftigen muss, lautet: Gibt es ein ‚Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung‘?

Grund für die Auseinandersetzung mit dieser Frage ist eine Petition, die von bisher knapp 1,7 Millionen Menschen in Europa unterzeichnet wurde. Es ist die erste Europäische Petition dieser Größenordnung, eine erste gemeinsame Bürgerinitiative von internationalem Ausmaß. Eine erfreuliche demokratische Erscheinung, die dennoch zeigt, dass sich auch hierzulande Menschen sorgen um die Wasserversorgung machen müssen.

Wasserversorgung aus öffentlicher Hand kann nicht EU-Vorschrift sein

Die Reaktion der EU-Kommission folgte mit einer Abfuhr. Die Ablehnung durch die Kommissare lautet, die EU könne keine „Gesetzgebung vorschlagen, die die Mitgliedsstaaten verpflichtet zu sagen, dass Wasser ein Menschenrecht ist.“

Heißt im Klartext, die Nationalregierungen müssen sich mit dieser Kausa auseinandersetzen, auf Europäischer Ebene wird es keinen allgemein gültigen Beschluss zur Wasserversorgung geben.

Trotzdem will die Kommission die Besorgnis der EU-Bürger nicht ignorieren. So wurden Pläne bekanntgegeben, nach denen eine Revision der EU-Wasserrichtlinien vorgesehen seien, zum Beispiel was die Inhaltsstoffe des Trinkwassers in den EU-Staaten angeht.

 

Zudem gibt die Kommission bekannt, dass bestimmte Wasserengpässe in Ost- und Südeuropäischen Landstrichen mit geringer Bevölkerungsdichte durchaus bekannt seien.

Auch weiterführenden Petitionsforderungen kann nicht entsprochen werden

Die Petition forderte zudem, die Entliberalisierung der Wasserwirtschaft, doch auch hier kann die EU-Kommission dem Bürgerbegehr nicht entsprechen. Der Grund: Erst im letzten Jahr hatte man die Wasserversorgung aus seiner Richtlinie entfernt, die öffentliche Ausschreibungen regeln soll. Dies war als Reaktion auf die Angst vor der Privatisierung der Wasserversorgung geschehen.

Den Unterzeichnern der Petition werden die Reaktionen der EU-Kommission sicherlich kaum genügen, soweit ist sich Brüssel sicher. Neue Gesetzesvorlagen wird es nicht geben, in einer Erklärung will man das weitere Vorgehen darlegen.

Verpflichtende Dichtheitsprüfung als Rechtsverordnung

Samstag, 25. Januar 2014

Ja, sind sie denn noch ganz dicht? Wasserrohre müssen es sein, das besagt die Satzung der NRW-Landesregierung, die bereits 1995 die Dichtheitsprüfung als Teil der Bauordnung eingeführt hat. Nun sind Bauherren, bzw. Hausbesitzer in der Pflicht, die von ihnen betriebenen Abflusssysteme auf deren volle Funktionalität zu prüfen. Das heißt, es darf kein Abwasser austreten und in das Grundwasser gelangen kann. Das ermittelt man mittels Dichtheitsprüfung.

Für wen ist die Dichtheitsprüfung Pflicht?

Durchzuführen ist die Rohrprüfung von allen Hauseigentümern, die in einem Wasserschutzgebiet wohnen, bzw. dort Wohnhäuser mit Abwasserleitungen haben.
Leitungen, die vor 1965 gelegt wurden, müssen bis 31.12.2015, Leitungen, die nach 1965 gelegt wurden bis 31.12.2020 einer Dichtheitsprüfung unterzogen werden.

Welche Mängel kann die Dichtheitsprüfung aufzeigen?

Ziel der Kanalprüfung ist die Analyse auf Funktionsfähigkeit. Ist diese, etwa durch Porosität oder Löcher, nicht gegeben, besteht Sanierungsbedarf. Dabei wird in drei Klassen unterteilt: Schadensklasse A bezeichnet Einsturzgefahr von Abflussrohren, Klasse B mittler Schäden mit Bedarf an einer Rohrsanierung binnen 10 Jahren, bei geringen Schäden ist bis auf Weiteres keine Kanalsanierung nötig.

Kosten für Dichtheitsprüfung und Kanalsanierung

Als Grundlage der Kostenkalkulation dient die Länge des zu prüfenden Rohres. Es gibt zudem unterschiedliche Methoden zur Durchführung der Dichtheitsprüfung, die ebenfalls einen Kostenfaktor darstellen. Zuletzt bestimmt der Dienstleister die Kosten für die Dichtheitsprüfung. Als grobe Orientierung können aber zwischen 400 und 1600€ anfallen.

Steht eine Kanalsanierung an, folgen dieser natürlich auch zusätzliche Kosten. Diese sind stark variabel und hängen natürlich ebenfalls von der Länge, aber auch dem Zustand des Rohres oder der Kanalanlage ab. Pro Meter kann die Kanalsanierung Kosten von ca. 250€ verursachen. Je nach Lage des jeweiligen Gebäudes steigt ggf. auch der Preis für die Rohrsanierung. In Innenstädten können sie somit schnell in den fünfstelligen Bereich steigen.

Wenn die Dichtheitsprüfung nicht durchgeführt wird…

…ist das eine Ordnungswidrigkeit nach § 161 Abs. 4 LWG. Diese kann eine Strafe von bis zu 50.000€ nach sich ziehen, liegt aber erfahrungsgemäß deutlich darunter.

Mehr Infos zum Thema liefert auch dieses Video: