Legionellen-Befall: Münchener Haushalte mussten aufdrehen

Sie sind winzig klein und haben die Form von Stäbchen: Legionellen. Und obwohl sie so klein sind, können sie beim Menschen große Probleme verursachen, wie Durchfall oder in seltenen Fällen sogar eine tödliche Lungenentzündung. Legionellen leben im Wasser, auch in unserem Trinkwasser, das wir täglich aus dem Hahn gewinnen. Eine Konzentration von 100 Exemplaren auf 100 Milliliter ist nicht Besorgnis erregend, um das 100-fache höher war der Bestand in einigen Münchener Haushalten dieser Tage.

Der damit „extrem hoch“ eingestufte Legionellen-Bestand war für die Bewohner eines Wohngebietes im Münchener Stadtteil Blumenau gesundheitsgefährdend. Das hatte eine gesetzlich vorgegebene Prüfung der Trinkwasserqualität, nicht nur in diesem Bereich der Stadt, ergeben. Alle Hausbesitzer mit einem Wasserspeicher von über 400 Litern wurden nach der Verordnung verpflichtet, ihren Trinkwasserbestand auf mikrobakteriellen Befall hin prüfen zu lassen.

Viele Münchner Haushalte mussten Wasservebrauch einschränken

Allen Vermietern und Hausbesitzern stand nun die Aufgabe ins Haus, Wasserproben labortechnisch prüfen zu lassen, um die ggf. Gefahr einer Gesundheitsbelastung zu erkennen. Die Frist dafür war seinerzeit bereits um mehr als ein Jahr verlängert worden und dennoch gibt es noch immer Hauseigentümer, die mit der Lieferung ihrer Laborwerte in Rückstand sind. Bis zu 25.000€ Strafe können in diesem Fall erhoben werden. So kontaktieren die Hausbesitzer Trinkwasserlabors, die mit der Analyse der Wasserproben beauftragt werden. Diese haben gut zu tun, denn es sind nach Schätzungen des Münchner Gesundheitsreferendariats ungefähr 50.000 Münchener Wohnanlagen, die für die Prüfung in Frage kommen. Ungefähr 5.000 davon seien bisher auffällig gewesen, so die Behörde.

2013 wurden wegen überhöhter Legionellenwerte mehrmals Nutzungseinschränkungen oder gar Verbote ausgesprochen. Um dem Befall durch Lamellen entgegenzuwirken, wird eine thermische Desinfektion angewandt. Diese funktioniert eigentlich ganz einfach, indem die Wasseranschlüsse eines Gebäudes mit einer Temperatur von 70°C geöffnet werden. Das heiße Wasser macht den Legionellen den Garaus und erlaubt es den Bewohnern, wieder guten Gewissens ihre Dusche zu benutzen.

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