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Ist Wassersparen sinnvoll?

Waschen, Baden, Duschen, Putzen, Geschirrspülen, Kochen und Trinken: Der Wasser­verbrauch  liegt pro Kopf und Tag bei rund 120 Litern. Dank neuer Technologien, wasser­sparender Haushaltsgeräte und einem veränderten Verbraucher­ver­halten ist das ungefähr ein Drittel weniger als noch in den 70er-Jahren.

Trinkwassersparen um des reinen Sparens willen sollte in wasserreichen Ländern wie Deutschland heute nicht mehr die höchste Priorität haben. Der Grund: Wasser ist ein regionales Gut. Deshalb steht die Menge, die wir bei uns einsparen, in wasserärmeren Gebieten nicht zusätzlich zur Verfügung. Darüber hinaus sichert erst ein ausreichender Durchfluss in den Leitungen die Qualität unseres Trinkwassers und sorgt dafür, dass es jederzeit frisch aus dem Hahn kommt. Auch Abwasserkanäle und Kläranlagen benötigen eine Mindestmenge an Wasser- bei zu geringem Verbrauch müssen die Rohre regel­mäßig gespült werden. (Dann ist der Spareffekt leider weg).

Mit einem Blick auf die übergeordneten Wasserkreisläufe ist  ein rationaler Umgang mit der regionalen Ressource Trinkwasser dennoch sinnvoll.

Denn gerade wer einen Blick über den Becherrand wagt, kann eine Menge tun: Mit dem Konsum vieler eingeführter Güter importieren wir auch sogenanntes virtuelles Wasser. Gemeint ist damit die Wassermenge, die für die Produktion einer Ware verwendet wird. So verstecken sich allein in einer einzigen Tasse Bohnenkaffee schon 140 Liter virtuelles Wasser. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden sogar 15.000 Liter benötigt.  Der Anbau von Nutz- und Futterpflanzen mithilfe künstlicher Bewässerung kann in trockenen Regionen der Erde zu einer zusätzlichen Verknappung führen. Wasser­sparen ist also durchaus sinnvoll – am besten an der richtigen Stelle. Hilfreich ist vor allem, beim Einkaufen auf saisonale Produkte aus der eigenen Region zu setzen und den Fleisch­konsum zu redu­zieren. Wer zum Beispiel im Winter auf Erdbeeren aus Spanien verzichtet, leistet schon einen wertvollen Beitrag. Dafür darf man sich dann auch ruhigen Gewissens mal wieder in die  heiße Badewanne legen.

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