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Wird Wasser in Israel ungerecht verteilt?

Roger Mladek  / pixelio.de
Roger Mladek / pixelio.de

Diese Frage stellte nicht nur Martin Schulz, deutscher EU-Parlamentschef von der SPD, diese Frage ist nun auch in der gesamten Region sehr präsent. Endlich?, kann man fragen, denn nach Aussage des Politikers, der kürzlich in der Knesset, dem Israelischen Parlament, sprach, erhalten Palästinenser wesentlich weniger Trinkwasser als Israelis.

Zunächst einmal sorgte Schulz mit seiner Knesset-Rede für einen Eklat. Sowohl Lob als auch Empörung waren unter den Reaktionen gegenüber dem Deutschen. Der Regierungschef Israles, Netanjahu bezeichnet Schulz‘ Aussagen als „selektiv“.
Doch es regt sich im Nachhinein auch einiges an Widerstand im Allgemeinen gegen die vermeintliche Wasserpolitik des Staates. Die Verhältnisse der Wasserverteilung zwischen Israelis und Palästinensern werden hinterfragt, alle reden nun übers Wasser in Israel.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat einen Stein ins Rollen gebracht, indem er die vermeintlichen Missstände der Wasserverteilung ansprach. Von vielen der so Angegriffenen wird behauptet, die Zahlen seien nicht fundiert und schlichtweg falsch, wie etwa der Israelische Sicherheitsminister Yuval Steinitz, der sagt, die Verhältnisse zwischen israelischen Städtern und palästinensischer Landbevölkerung seien nicht annähernd so drastisch wie durch Schulz skizziert. Auch vor Diskriminierung möchte der Minister sein Land verwahrt wissen.

Die Frage ist, ob die von Steinitz entgegengebrachten Zahlen ihrerseits korrekt sind und alle relevanten Daten miteinbeziehen. So kann man davon ausgehen, dass ländliche Bereiche, vor allem im Westjordanland, wesentlich weniger Wasser zur Verfügung haben, als die 180 Liter pro Tag und pro Kopf, die laut Steinitz in Israel zur Verfügung stehen sollen.

Vielleicht wollte auch Martin Schulz eher diese Undurchsichtigkeit der öffentlich zugänglichen Zahlen andeuten, als er Jugendliche zitierte, mit denen er selbst über das Thema Wassergerechtigkeit gesprochen hatte. Von 70 Litern eines Israeli, bzw. nur 17 Litern eines Palästinensers pro Tag waren die Rede – Auch in Schulz‘ Rede in der Knesset.

Experten sagen, die konkreten Zahlen seien so nicht korrekt, aber die Relation sei tatsächlich gegeben.

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